Mit gestrickten Schläuchen sorgt STRÄHLE + HESS für eine Sensation: Damit filtert die AWS Group AG in Lackier- und anderen Industrieanlagen Schadstoffe aus..


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Stricken für die Umwelt

Filterschläuche geben Lösemitteln keine Chance / Vor allem in Lackierindustrie im Einsatz.

Althengstett / Leonberg / Heilbronn (k-w). Das Ausfiltern von Lösemitteln war bislang nicht nur extrem teuer, sondern auch alles andere als umweltfreundlich. Spezielle Filterschläuche sorgen vor allem in der Lackierindustrie für eine Sensation. Die Heilbronner AWS Group AG, die bis Ende September ihren Sitz in Leonberg hatte, macht sich dabei die besondere Filterwirkung der Kederschläuche von STRÄHLE + HESS, die eigentlich für die Automobilindustrie entwickelt wurden, zu Nutze. In den patentierten Filteranlagen erfüllen sie völlig neue Aufgaben.

Damit wagt sich auch das Althengstettener Unternehmen, das sich weltweit durch technische Spezialtextilien für die Autobranche einen Namen gemacht hat, auf Neuland. Um so an seinen Umweltpreis der Sparkassen-Stiftung Pforzheim Calw aus dem Jahr 1999 anzuknüpfen. Schon vor zehn Jahren erhielten die Tüftler von STRÄHLE + HESS eine Auszeichnung für ihre Entwicklung.

Bei dem Patent der AWS Group AG für ihre sogenannten Hightech-Tubes werden die Filterschläuche von STRÄHLE + HESS in den Filtermodulen eingesetzt und sorgen durch ihre speziellen Eigenschaften für effiziente Abluftreinigung. Dabei denkt Geschäftsführerin Kirsten Schönharting in Althengstett schon einen Schritt weiter: Die Folgegeneration soll wegen des besseren Handlings beim Aufbau der Module bereits als Matten hergestellt werden. Außerdem sollen diese recycelbar und damit noch umweltfreundlicher werden.

Bislang wird Polyester in einem patentierten Strickverfahren bei STRÄHLE + HESS zu Filterschläuchen verarbeitet. Es macht die Schläuche porös und verleiht ihnen gleichzeitig Stabilität. Das Wasser-Absorber-Gemisch, das sie durchfließt, benetzt über die Poren die Außenhaut der Schläuche, nimmt dort die Schadstoffe aus der Luft auf, die dann – der Schwerkraft folgend – langsam nach unten in einen Tank abfließen. Die Lösungsmittelbestandteile können schließlich sogar zurück gewonnen und wieder verwendet werden.

Mit der neuen Filtertechnik gehören die Zeiten, in denen Lösemittel in Lacken bei hohen Temperaturen teuer verbrannt werden mussten, der Vergangenheit an. Deutlich gestiegene Energiekosten beschleunigen den Umstieg auf das patentierte Verfahren. Außerdem entstand bislang durch das Verbrennen von Lösemitteln das Treibhausgas Kohlendioxid (CO2). Die Filterschläuche leisten also einen doppelten Beitrag zum Umweltschutz.

Experten haben bereits errechnet, dass in Lackieranlagen durch die neue Technologie bis zu 90 Prozent der bisherigen Kosten für die Entsorgung der Lösemittel eingespart werden können. Kein Wunder, dass sich deshalb ein völlig neuer Geschäftszweig bei STRÄHLE + HESS entwickelt hat. „In diesem Jahr wurden bereits eine Million Meter Schläuche produziert“, freut sich Senior Key Account Manager Udo Sawall, der bei STRÄHLE + HESS maßgeblich an der Weiterentwicklung der Technologie beteiligt war, über den unverhofften Erfolg. Der Geschäftszweig könnte schnell stark wachsen, denn bislang sind die Althengstetter die einzigen Produzenten weltweit.

Aus Kostengründen und wegen des Umweltschutzgedankens interessieren sich in großem Stil nicht nur Automobilbauer, sondern auch Flugzeughersteller für den Einsatz der neuen Filtergeneration, berichtet Matthias Enzenhofer, Vorstand der AWS Group AG in Leonberg. Außerdem könnten die Filter aus Hightech-Tubes noch für einige andere Branchen von großem Nutzen sein.



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